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So funktionieren ISO-Normen zur Ermittlung von Druckkosten

graph-x.at
2025-05-10 20:34:00 / Blog

Im betrieblichen Umfeld gewinnen die tatsächlichen Betriebskosten von Druckern zunehmend an Bedeutung. Neben dem Anschaffungspreis rückt vor allem die Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb in den Fokus – konkret: die Kosten pro gedruckter Seite. Um diese objektiv bewerten und zwischen verschiedenen Drucktechnologien vergleichen zu können, sind ISO-Normen zur Reichweitenermittlung essenziell. Diese definieren standardisierte Testverfahren, auf deren Basis Hersteller Reichweitenangaben für Tintenpatronen und Tonerkartuschen veröffentlichen.


Die ISO-Normen zur Reichweitenermittlung

Die Reichweite von Druckerpatronen und Tonern darf nicht willkürlich vom Hersteller festgelegt werden. Um konsistente und vergleichbare Angaben zu gewährleisten, wurden von der International Organization for Standardization (ISO) weltweit gültige Prüfverfahren definiert. Diese Normen legen präzise fest, unter welchen Bedingungen eine Kartusche getestet wird, welches Testmaterial verwendet wird und ab wann eine Patrone als leer gilt.




ISO/IEC 19798 – Farb-Laserdrucker

Die ISO/IEC 19798 ist eine internationale Norm, die von der International Organization for Standardization (ISO) und der International Electrotechnical Commission (IEC) gemeinsam entwickelt wurde. Sie legt ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung der Seitenreichweite (Page Yield) von Farbtonerkartuschen für Farb-Laserdrucker und Multifunktionsgeräte fest.

Ziel der Norm:

ISO/IEC 19798 dient dazu, vergleichbare, nachvollziehbare und reproduzierbare Angaben zur Seitenleistung von Farbtonerkartuschen zu liefern. So sollen Herstellerangaben zur Reichweite unter gleichen Testbedingungen vergleichbar sein – unabhängig vom Hersteller oder Druckermodell.

Gültigkeitsbereich

Gilt für Farbtoner (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) in Farb-Laserdruckern und Farblaser-Multifunktionsgeräten.

Testseiten

Verwendung von standardisierten Testseiten mit farbigen Inhalten (5-seitiger Dokumentensatz).

Testbedingungen

Fest definierte Laborbedingungen (z. B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit).

Druckmodus

Getestet wird im Standarddruckmodus, wie vom Hersteller voreingestellt.

Druckvolumen

Es werden mehrere Drucker (mind. 3) und Tonerkartuschen (mind. 3 je Farbe) getestet, um eine statistisch verlässliche Reichweite zu ermitteln.

Reichweitenangabe

Die Reichweite wird in Seitenanzahl bei ca. 5 % Deckung pro Farbe pro Seite angegeben.







ISO/IEC 19752 – Schwarzweiß-Laserdrucker

Die ISO/IEC 19752 ist eine internationale Norm, die ein einheitliches Verfahren zur Bestimmung der Seitenreichweite (Page Yield) von Monochrom-Tonerkartuschen (also Schwarz-Toner) in Schwarzweiß-Laserdruckern und -Multifunktionsgeräten beschreibt.



Ziel der Norm:

Die Norm soll objektive, nachvollziehbare und vergleichbare Angaben zur Seitenleistung von Schwarz-Tonerkartuschen liefern – unter standardisierten Testbedingungen. So können Nutzer Produkte fair vergleichen, unabhängig vom Hersteller.



Gültigkeitsbereich

Nur für monochrome Laserdrucker und deren Schwarztoner.

Testseite

Eine fest definierte Testgrafik mit ca. 5 % Schwärzungsgrad (Deckung) auf A4/Letter-Seiten.

Druckbedingungen

Durchführung unter kontrollierten Bedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit usw.).

Druckmodus

Nutzung des Standardmodus, wie er ab Werk voreingestellt ist.

Geräteanzahl

Es werden mindestens 3 Geräte mit jeweils 3 Kartuschen getestet, um Durchschnittswerte zu bilden.

Ergebnisdarstellung

Die Seitenreichweite wird in der Anzahl der gedruckten Seiten bis zur Erschöpfung der Kartusche angegeben.





ISO/IEC 24711 – Tintenstrahldrucker

Die ISO/IEC 24711 ist eine international anerkannte Norm zur Bestimmung der Seitenreichweite (Page Yield) von Tintenpatronen in Tintenstrahldruckern und Tintenstrahl-Multifunktionsgeräten. Sie wurde von der ISO (International Organization for Standardization) und der IEC (International Electrotechnical Commission) gemeinsam entwickelt.



Ziel der Norm:

Die Norm schafft eine einheitliche, transparente und vergleichbare Methode, um zu ermitteln, wie viele Seiten eine Tintenpatrone drucken kann, bevor sie leer ist. Sie soll irreführende Reichweitenangaben verhindern und Verbrauchern klare Vergleichswerte bieten.



Gültigkeitsbereich

Tintenstrahldrucker und -Multifunktionsgeräte (für Farbund Schwarzweißdruck).

Testseiten

Verwendung eines standardisierten 5-seitigen Farbdokumentensatzes (ähnlich wie bei ISO/IEC 19798).

Deckung

Der durchschnittliche Farbauftrag liegt bei etwa 5 % pro Farbe pro Seite.

Testbedingungen

Kontrollierte Laborbedingungen: konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Geräteeinstellung

Gedruckt wird im Werkseinstellung-Modus ohne Benutzereingriffe (z. B. kein manuelles Reinigen oder Kalibrieren).

Geräteanzahl

Getestet wird mit mindestens 3 Geräten und mindestens 3 Patronen je Farbe pro Gerät.

Tintenverbrauch für Reinigung

Tintenverbrauch durch Druckkopfreinigung und Wartung wird nicht berücksichtigt – nur der tatsächliche Druck zählt.



Vorteile genormter Verfahren

Durch die Anwendung der genannten ISO-Normen entstehen mehrere Vorteile:

  • Herstellerunabhängige Vergleichbarkeit: Druckermodelle und Verbrauchsmaterialien unterschiedlicher Marken können anhand objektiver Daten beurteilt werden.
  • Konsistenz in der Angabe von Reichweiten: Unabhängig vom Gerätetyp gelten einheitliche Testbedingungen.
  • Orientierung: Anwender erhalten verlässliche Zahlen zur besseren Einschätzung der langfristigen Betriebskosten.



Einschränkungen der ISO-Werte im Alltag

Obwohl ISO-Normen klare Vorteile bieten, lassen sich die damit ermittelten Reichweiten nicht eins zu eins auf den Alltag übertragen. Die Annahme einer 5 % Flächendeckung pro Seite entspricht einem einfachen Geschäftsbrief ohne Grafiken oder Bilder. In der Praxis sind deutlich höhere Deckungswerte keine Seltenheit:

  • Dokumente mit Firmenlogo: 8–12 %
  • Präsentationen mit Grafikelementen: 15–25 %
  • Randloser Fotodruck: bis zu 100 %

Zudem beeinflussen Druckmodi, Geräteeinstellungen, Standzeiten oder automatische Wartungsvorgänge die tatsächliche Reichweite. Die auf ISO-Normen basierende Kalkulation stellt daher eine theoretisch genormte Vergleichsbasis, aber keine exakte Abbildung der realen Nutzung dar.



Wirtschaftlich drucken: Einflussfaktoren und Optimierungsmöglichkeiten

Zur Optimierung der Druckkosten empfiehlt sich die Berücksichtigung mehrerer Faktoren:

  • Auswahl eines Druckers mit hoher ISO-zertifizierter Reichweite
  • Einsatz von XL-Kartuschen oder Großvolumen-Tonern

Die ISO-Normen liefern in diesem Zusammenhang ein wertvolles Werkzeug, um Druckermodelle bereits im Vorfeld anhand objektiv vergleichbarer Verbrauchswerte einzuschätzen. Gerade bei dauerhaftem oder intensivem Einsatz bietet diese Transparenz einen entscheidenden Vorteil bei der Auswahl eines kosteneffizienten Drucksystems.